Boyens Medien: Berufliche Orientierung

2022-07-02 04:22:35 By : Ms. Sunny Li

Die Gemeinschaftsschüler stellen jeweils eine Tischuhr her, die sie nun als eine Etappe im Rahmen ihrer Berufsorientierung begleitet. Foto: GMS Meldorf

Am Anfang stand nicht die Frage nach T-Shirt oder Kapuzenpullover. Derartige Kleidungsstücke wurden schnell zur Nebensache. Die Klasse 7a der Gemeinschaftsschule (GMS) war eingeladen, ihren Schultag am Girls‘ und Boys‘ Day in der Fertigungshalle zur Bearbeitung von Feinblechen bei Nordia zu verbringen.

Umgeben von Stahlblech, Edelstahl und Aluminium in unterschiedlichen Blechstärken ging es an deren Bearbeitung. Konstruktionsplan erfassen, Bohren, Biegen, Kanten, Nieten, Fräsen per Hand und vorprogrammiert mit modernster Technik - das stand auf dem Stundenplan der Schüler. Gearbeitet wurde in drei Gruppen an drei Stationen. „Und das Tagesziel ist hoch gesteckt“, sagte Jan Uerkvitz von Nordia den Jugendlichen. Dabei zeigte er sein persönlich designtes, zeitgenau tickendes Produkt. „Los geht‘s. Die Zeit läuft.“

Gestartet wurde mit einer sorgfältigen Sicherheitseinweisung und dem wichtigsten Kleidungsstück des Tages: Sicherheitsschuhe. Die hatte Lehrer Sven Lorenz in ausreichender Größenverteilung aus seinem Fundus im schulischen Technikraum mitgebracht. Die Motivation aller war geweckt und auch der Ehrgeiz, dem entgegengebrachten Vertrauen gerecht zu werden. Mit dieser Grundhaltung schien jegliches klischeehafte Unterscheiden in handwerkliche Männer- oder Frauendomäne aufgehoben zu sein. „Das ist gut so“, betonte Geschäftsführer Sven Ulrich. „Einsatz, Neugierde, Interesse und Spaß sind schließlich die Hauptpersonen der Berufswahl, nicht das Geschlecht.“

Am Ende des Tages hielten alle Jugendlichen stolz ihre persönliche Tischuhr in Händen. Die Äußerungen der Siebtklässler im Feedbacktool waren vielfältig: „Geschafft. Ich habe Maschinen gesehen, die ich vorher nicht kannte. Wusste gar nicht, dass Arbeiten mit Metall Spaß bringen kann. Ein tolles, gemeinsames Erlebnis als Klasse. Ich habe gemerkt, dass einige ein richtiges Talent haben. Für mich sind Bleche nichts. Das Praktikum in der Neunten möchte ich hier machen.“ So gestaltete sich ein Girls‘ und Boys‘ Day, der für alle Beteiligten als gewinnbringend bezeichnet werden kann. Der gegenseitige Dank in dem gemeinsamen Engagement zur beruflichen Orientierung der Jugendlichen wurde zum Abschluss des Projekttags im Beisein von IHK-Vertreterin Regine Theer für regionale Partnerschaften von Schule und Betrieb durch Schulleiterin Sabine Schwartz und Geschäftsführer Sven Ulrich in einer Kooperationsvereinbarung besiegelt.