Endlich kommt der Sommer und es wird Zeit für Sandalen, Flip-Flops oder Badeschlappen! Ein Blick auf die Füße und wir verzichten lieber auf offene Schuhe! Der Übeltäter: Rollnägel! Doch bevor wir jetzt zur Schere greifen, um den eingerollten Nagel einfach wegzuschneiden, verraten wir, wie ein Rollnagel richtig behandelt wird, wie man ihn erkennt und was die Ursachen sind.
Wie erkennt ihr Rollnägel?
Der Name sagt eigentlich schon alles Wesentliche über die Veränderung des Nagels aus: Ein Rollnagel rollt oder krümmt sich rechts und links der Nagelpfalz quer zur Wachstumsrichtung. Dadurch drücken die seitlichen Ränder zunehmend in das Nagelbett (auch Nagelfalz), wachsen dort ein und können starke Schmerzen und Entzündungen verursachen. Meistens trifft uns der Rollnagel an den Fußnägeln, nur in seltenen Fällen an den Fingernägeln. Da der Nagel an den Fingern nicht durch äußere Einflüsse eingeengt wird, bilden sich Rollnägel an den Fingern weniger stark aus. Der Rollnagel mit dem lateinischen Namen unguis convolutus kann in verschiedenen Formen wachsen, die nach ihrem Aussehen benannt werden:
Leider ist es so, dass Rollnägel meistens schon in die Wiege gelegt wurden und wir die Ausbildung nicht verhindern können. Neben der genetischen Veranlagung können auch Vorerkrankungen wie Diabetes, Zehenverletzungen oder Fehlstellungen dazu führen, dass ein Rollnagel entsteht. Selbst das Tragen von zu kleinen oder engen Schuhen, Kompressions- oder Stützstümpfen kann zur Ausbildung von Rollnägeln führen, da die Nägel regelmäßig einem negativ verformenden Druck ausgesetzt sind. Die Ursachen sind vielseitig und nicht immer eindeutig, sodass eine Rollnagel-Behandlung und Korrektur im Vordergrund stehen, weniger die Ursachenforschung.
Ausgebildete Fußpflegerinnen und Fußpfleger unterscheiden bei den Rollnägeln 5 Stadien:
Rollnägel führen nicht zwangsläufig zu Schmerzen und Entzündungen. Erst wenn sie sich stark einrollen, krankhaft krümmen und in die Nagelfalz einwachsen, entstehen die Schmerzen und Entzündungen. Durch diese Umstände kann der Nagel nicht wieder selbstständig in die richtige Richtung wachsen. Einfach ignorieren oder abschneiden? Keine gute Idee! Rollnägel müssen behandelt werden und zwar am besten von einer Podologin oder einem Podologen. Die medizinischen Fachleute führen neben der Fußpflege auch die Behandlung erkrankter Füße durch. Am besten wendet ihr euch zuerst an eure Hausärztin oder euren Hausarzt, der euch dann an eine podologische Praxis überweist. So könnt ihr sicher gehen, dass eure Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Bei leicht ausgeprägten Rollnägeln, die nur geringe Beschwerden verursachen, könnt ihr mit wenigen Tipps einer stärkeren Ausbildung vorbeugen:
Was auf den ersten Blick an eine Zahnspange erinnert, ist mittlerweile die erfolgversprechendste Methode, wenn es um die Rollnagel-Behandlung geht: die Korrekturspange. Zuerst wird der betroffene Nagel professionell gekürzt und anschließend mit der Nagelkorrekturspange versehen. Die Spange aus Metall, Draht oder Kunststoff wird an den eingerollten Enden des Nagels angebracht und individuell angepasst. Die Korrekturspange zieht mit leichtem Zug an den Nagelseiten, sodass der Nagel wieder in seiner richtigen Form wachsen kann. Alle 4 bis 6 Wochen wird die Spange nachgestellt, und je nach Schweregrad des Rollnagels ist die Behandlung nach 3 bis 12 Monaten abgeschlossen. Schon nach kurzer Zeit merkt ihr, dass der Nagel nicht mehr so schmerzhaft in das Nagelbett drückt, und zum Abschluss der Behandlung hat euer Fußnagel wieder eine gesunde Form. Die Korrekturspange ist fast unsichtbar und beeinträchtigt nicht im Alltag, Beruf oder beim Sport.
In seltenen Fällen, gerade in den fortgeschrittenen Stadien des Rollnagels, bringt die konservative Therapie keinen Erfolg, sodass nur noch eine Operation helfen kann. Bei der Nagelkeilexzision, auch unter dem Namen Emmert-Plastik bekannt, wird ein Keil aus dem Fußnagel entfernt. Der seitlich eingerollte oder eingewachsene Teil des Nagels mit der dazugehörigen Matrix wird entfernt, in sehr ausgeprägten Fällen ist die vollständige Entfernung des Nagels und der Nagelwurzel erforderlich. Der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt und erfolgt ambulant. Nun kann der neue Nagel gerade nachwachsen und verursacht keine Schmerzen oder Probleme. Eine Operation ist jedoch immer mit einem gewissen Risiko verbunden, deshalb solltet ihr zuerst die konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausprobieren, die gerade bei nicht zu stark vorgeschrittenen Rollnägeln sehr erfolgsversprechend sind.
Rollnägel können starke Schmerzen verursachen. Doch je früher wir mit einer geeigneten Behandlung starten, desto erfolgreicher werden wir die Problemnägel ohne Operation los. Gerade in den Anfangsstadien lassen sich Beschwerden und Entzündungen vermeiden, indem wir geeignete Schuhe und Socken tragen und die Fußnägel richtig schneiden. Im weiteren Verlauf sind wir mit einer Korrekturspange gut beraten, die das Nagelwachstum fast unsichtbar wieder in die richtige Richtung lenkt. Wichtig ist, dass Rollnägel frühzeitig behandelt werden und wir uns Unterstützung bei einer Podologin oder einem Podologen holen.